FAQ 2018-05-03T14:07:50+00:00

FAQ

Wie kam es zu der Idee, die Stiftung zu gründen?

Tom Lehel ist Gründer, Stifter und Vorstand. Die Idee, die Stiftung zu gründen, resultiert ursprünglich aus seiner eigenen Erfahrung mit Mobbing im Kindesalter. Als er bei seinem 10-jährigen Sohn miterleben musste, wie auch dieser im schulischen Umfeld unter Mobbing zu leiden hatte, entschied er sich dazu, ein Experten-Team zu bilden und zusammen mit prominenten Kolleginnen und Kollegen aktiv gegen Mobbing vorzugehen.

Welche Ziele verfolgt die Stiftung?

Unser Ziel ist es Mobbing schon bei den Jüngsten nachhaltig zu bekämpfen. Bei unserem „No-Blaming“-Ansatz geht es darum, die Basis für ein achtsames Miteinander zu schaffen. Wir wollen Kinder innerlich berühren, ihr Verhalten mit ihnen reflektieren und ihnen vermitteln, dass sie selbst die Verantwortung für einen fairen Umgang miteinander tragen. Mit unserem medialen Ansatz möchten wir zur Enttabuisierung des Themas beitragen und die öffentliche Diskussion fördern, damit möglichst viele Kräfte gegen Mobbing zusammen wirken.

Warum sollte die Stiftung unterstützt werden? Was macht sie mit den finanziellen Mitteln?

Unser Pädagogen-Team hat ein umfassendes Lehr- und Lernsystem entwickelt, mithilfe dessen Kinder im Grundschulalter lernen, die Mechanismen von Mobbing zu erkennen und ihnen selbstständig entgegen zu wirken. Speziell programmierte Tablets ermöglichen eine einfache und zeitgemäße Nutzung der multimedialen Inhalte als Lerntheke und im normalen Unterricht. Einführungsveranstaltungen, Webinare und Supervisionsangebote sichern die Aktualität und gewährleisten Vertiefung. Unsere Pädagogen begleiten Kinder und  Lehrer darüber hinaus im Rahmen von Aktionstagen, pädagogischen Tagen und Coachingtagen.

Warum eine Stiftung zu diesem Thema?

Mobbing ist ein gravierendes gesellschaftliches Problem. Die Folgen von Mobbing sind weitreichend: die Basis des Zusammenlebens und der Zusammenarbeit wird zerstört, Mobbing verursacht psychische und physische Krankheiten bei den Betroffenen.

In Deutschland wird nach der neuen PISA-Studie fast jeder sechste 15-Jährige regelmäßig Opfer von teils massivem Bullying an seiner Schule. Das Problem ist aber bei weitem kein Jugendphänomen. Mobbing beginnt bereits in der Grundschule.

Bullying-Erfahrungen beeinträchtigen aber nicht nur die psychische und physische Gesundheit, sondern oft auch die soziale und schulische Entwicklung der Betroffenen. Mobbing hat damit für die ganze Gesellschaft massive Konsequenzen: Es beeinträchtigt die Effizienz unseres Bildungswesens, verursacht Kosten für unser Gesundheitswesen, unser Sozialwesen sowie das Justizsystem und reduziert spätere Arbeitsleistung, Produktivität und Innovation.

Was ist das Ziel des Programms „DU DOOF?!“?

Unser Ziel ist es nachhaltig zu bewirken, dass Kinder ihr eigenes Verhalten im Umgang miteinander reflektieren, Verantwortung für ihr Handeln und ihr „Nicht-Handeln“ übernehmen und gemeinsam eine Umgangskultur für ihre Klasse schaffen, in der sich jedes Kind wohl und respektiert fühlt.

Warum so ein „provokanter“ Titel?

Wir möchten laut sein, aufmerksam machen und mit dem Titel „spielen“. Das Provokante soll eine Diskussion darüber anregen, dass Mobbing nicht aufgelöst wird, indem man die Mobbing-Akteure bestraft und an den Pranger stellt, sondern über den Aufbau verschiedener Kompetenzen und Selbstwertstärkung. Das Spielen mit dem Titel bringt es für die Kinder auf den Punkt, z.B. durch „Sei nicht doof, übernimm Verantwortung!“

Wie kann eine Schule vom Programm profitieren?

Wenn alle Klassen einer Schule durch „DU DOOF?!“ einen respektvolleren Umgang miteinander pflegen, wird sich das Klima auch übergreifend in der Schule verändern. Eine Studie zeigt, dass Mobbing-Akteure sich nicht an ihre Schule gebunden fühlen. Durch die Arbeit mit „DU DOOF?!“ fühlen sich die Kinder ihrer Klasse und ihrer Schule mehr zugehörig und verbunden. Mit Hilfe von „DU DOOF?!“ besteht die Möglichkeit, eine Umgangskultur zu schaffen, in der es keinen Raum für Mobbing gibt.

Was gehört zum Programm, was können die Schulen davon erwarten?

Das Lehr- und Lernmaterial beinhaltet neben den Arbeitsmaterialien für die Kinder und dem Begleitmaterial für die Lehrkräfte vor allem ein Tablet, auf dem Filme, weitere Materialien und Unterstützungsvideos für die Lehrkräfte zu finden sind. Für die Kinder, die mit „DU DOOF?!“ arbeiten, sind zwei verschiedene Buttons mit „DU DOOF?!-Agent“ und „DU BIST RICHTIG!“ im Rucksack.

Was können Lehrerinnen und Lehrer davon erwarten?

Ein Programm, das sie sowohl zur Prävention als auch zur Intervention nutzen können, um mit den Kindern über das Thema Mobbing ins Gespräch zu kommen. Ziel ist eine gemeinsame Vereinbarung über Umgangsformen innerhalb der Klassengemeinschaft. Stolpersteine werden offen angesprochen und Unterstützung diesbezüglich angeboten. Die Lehrkräfte erhalten bei Interesse Support über weiteren Input und Supervisionen über Webinare.

Wie profitieren die Schülerinnen und Schüler davon?

Durch „DU DOOF?!“ entwickeln sie Kompetenzen wie Empathie, Reflektionsfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein und stärken das Selbstwertgefühl. Durch die gemeinsam erarbeitete Umgangskultur schaffen sie sich durch eigene Kraft eine angstfreiere Schule, fühlen sich gebundener und zugehöriger. Dadurch entsteht insgesamt auch eine bessere Lernatmosphäre.

Wer kann sich um das Programm „DU DOOF?!“ bewerben?

Jede Grundschule kann sich für ihre Klassen 3+4 bewerben.

An wen wenden sich Kinder, die selbst von Mobbing betroffen sind?

In erster Linie sollten sich Kinder an ihre LehrerInnen oder Eltern wenden. Wenn sie keine Vertrauensperson finden, können sie Hilfe bei KlassenkameradInnen suchen. Ansonsten helfen Organisationen wie „Nummer gegen Kummer“ anonym und kostenlos. Wir haben verschiedene Hilfsangebote für Betroffene zusammen gestellt: Schnelle Hilfe für Mobbing-Betroffene

Was unterscheidet „DU DOOF?!“ von anderen Programmen?

Mobbing wird in den meisten Fällen mit Sanktionen bestraft. Unser Ansatz bei „DU DOOF?!“ ist auf Augenhöhe mit den Kindern und ressourcenorientiert, d.h. auch den Mobbing-Akteuren (also den Tätern) wird mit positiver innerer Haltung begegnet. Wir trennen klar zwischen Persönlichkeit und Verhalten. So sind die Handlungen des Mobbing-Akteurs auf´s Schärfste zu verurteilen und zu stoppen. Die Person an sich verdient aber ebenso den Blick auf die Stärken wie alle anderen Kinder.

Es gibt vier Säulen: Berührt-Sein, Innerer Reflexionsprozess, Verantwortungsübernahme und Selbstwertstärkung. Durch den Einsatz von Medien, Rollenspielen und Übungen werden die Kinder innerlich berührt. Dadurch ist Lernen und die Entwicklung von Empathie möglich. Durch die nach jeder Übung stattfindende Reflektionsphase wird ein Umdenkprozess in Gang gesetzt, der tiefer geht als die Gespräche, die die Kinder oft nicht (nachhaltig) erreichen. Unser Ziel ist es, dass jedes Kind versteht, dass es selbst richtig ist, und dass auch alle anderen Kinder richtig sind. Kinder mit dieser inneren Haltung und einem starkem Selbstwertgefühl haben es nicht „nötig“, andere Kinder zu mobben. Dabei arbeiten wir vor allem partizipativ, d.h. wir gestalten mit den Kindern gemeinsam ihre Lebenswelt.

Hinderliche Faktoren wie z.B. die Schwierigkeit für Lehrkräfte, bei dem Stress des Alltags in dieser ressourcevollen Haltung zu bleiben ebenso wie die unterschiedlichen Wertesysteme, in denen Kinder parallel leben, werden thematisiert. Die Lehrkräfte erhalten Support durch Webinare und Supervisionsangebote.

Welches pädagogische Team arbeitet an „DU DOOF?!“

Entwickelt wurde das Programm von der Grundschullehrerin und Mobbing-Expertin Angelika Fuchs, die als Kinder- und Jugendcoach seit 2008 schwerpunktmäßig im Bereich Mobbing und Selbstwertstärkung arbeitet. Für Education Y (ehemals buddY e.V.) trainiert und begleitet sie seit vielen Jahren Lehrkräfte und Schulleitungen bei Schulentwicklung und hat u.a. die Programme Kinderrechte (zusammen mit Unicef) und Stufenwechsel (Übergang 4./5. Schuljahr) mit entwickelt und durchgeführt. In Zusammenarbeit mit Jörn Lorenzen entstand die weitere Konzeptionierung des Programms „DU DOOF?!“. Jörn Lorenzen ist Diplom-Sozialpädagoge mit langjähriger Erfahrung als Coach, Trainer und Berater und bildet bundesweit Lehrkräfte und Schüler mit den Schwerpunkten innovative Lernkonzepte und Aufbau einer partizipativen Lernkultur weiter. Auch das weitere Team des PEC-Institutes Köln hat langjährige Erfahrungen in den Bereichen Coaching, Schule, Lehrerfortbildung und Schulentwicklung und wird die Planung und Durchführung der Veranstaltungen sowie die Begleitung der Schulen übernehmen.

Wann ist Start des Programms?“

Ab dem 04.05.2018 können Grundschulen sich für eine kostenlose Teilnahme am Programm bewerben. Sobald 10 Bewerber-Schulen à jeweils 2 TeilnehmerInnen regional zusammengefasst werden können, wird ein gemeinsamer Einführungstag terminiert.

Die Durchführung der Veranstaltungen ist für das Schuljahr 2018/19 geplant mit Programmstart nach den Sommerferien.

Wir kann meine Schule sich bewerben?

Bitte senden Sie uns zur Bewerbung eine E-Mail an kontakt@du-doof.org.
Wir senden Ihnen dann die Bewerbungsunterlagen gerne zu.

Du brauchst Hilfe. Dann wähle die Nummer gegen Kummer.
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